Praxisreinigung Hygiene Regelwerke verständlich erklärt
Das Wichtigste in Kürze:
- Die RKI-/KRINKO-Empfehlung von 2026 betrifft Oberflächen in Krankenhäusern und ambulanten medizinischen Einrichtungen.
- Bei Blut, Sekreten oder Exkreten empfiehlt KRINKO zuerst die mechanische Entfernung und danach die Desinfektion.
- Ein Hygieneplan übersetzt die Anforderungen in klare Abläufe, Zuständigkeiten und Dokumentation. Lassen Sie diese Prozesse für Ihre Praxis fachgerecht prüfen.
Eine sichtbar saubere Fläche ist nicht automatisch eine Fläche, die desinfiziert werden muss. Entscheidend ist der Zusammenhang: Welche Nutzung findet statt? Liegt eine relevante Kontamination vor? Welche Arbeitsanweisung gilt für diesen Raum? Genau hier schaffen Praxisreinigung Hygiene Regelwerke Orientierung und verhindern, dass Reinigung und Desinfektion unsystematisch vermischt werden.
Praxisreinigung Hygiene Regelwerke sind fachliche Empfehlungen, gesetzliche Vorgaben und Normen, die Abläufe für die Reinigung, gezielte Desinfektion, Hygieneplanung und Qualitätssicherung in medizinischen Einrichtungen strukturieren.
Für Arztpraxen, therapeutische Einrichtungen und ambulante medizinische Bereiche in Nürnberg, Fürth und Erlangen zählt deshalb nicht allein das eingesetzte Reinigungsmittel. Entscheidend ist ein nachvollziehbarer Prozess, den das Praxisteam und der beauftragte Dienstleister gleichermaßen verstehen. Dieser Beitrag ordnet RKI, KRINKO, IfSG und DIN 13063 ein und zeigt, wie daraus praxistaugliche SOPs entstehen.
Warum Regelwerke bei der Praxisreinigung zählen
Regelwerke geben den Rahmen vor. Sie ersetzen jedoch nicht die objektspezifische Planung. Eine Hausarztpraxis, eine physiotherapeutische Einrichtung und eine ambulante Behandlungseinheit nutzen Räume unterschiedlich. Deshalb braucht jeder Bereich eine passende Festlegung für Arbeitsmittel, Reihenfolge, Häufigkeit, Verantwortlichkeit und Dokumentation.
Laut RKI – Basishygiene bezieht sich die Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen“ aus dem Bundesgesundheitsblatt 2026 auf Krankenhäuser und ambulante medizinische Einrichtungen. Für eine Praxisreinigung in Nürnberg ist dieser Anwendungsbereich daher fachlich besonders relevant.
Reinigung und Desinfektion unterscheiden
Reinigung entfernt Verschmutzungen und reduziert Verunreinigungen durch einen mechanischen Vorgang. Desinfektion verfolgt ein anderes Ziel und wird nicht pauschal auf jede Oberfläche angewendet. Die Entscheidung muss zur Situation und zum Hygieneplan passen.
Ein häufiger Fehler liegt in der Annahme, mehr Desinfektionsmittel führe automatisch zu mehr Sicherheit. Fachgerecht ist stattdessen eine klare Zuordnung: Welche Fläche wird regelmäßig gereinigt? Wann ist eine gezielte Desinfektion vorgesehen? Wer führt sie durch? Wie wird der Vorgang dokumentiert?
Für welche Einrichtungen gelten die Empfehlungen?
Die RKI-/KRINKO-Empfehlung nennt Krankenhäuser und ambulante medizinische Einrichtungen. Für die konkrete Einordnung Ihrer Praxis sind zusätzlich die eigene Nutzung, die behandelten Personengruppen und die internen Vorgaben maßgeblich. Bei rechtlichen Fragen sollten Sie die zuständige Behörde oder eine fachkundige Hygienestelle einbeziehen.

Praxisreinigung Hygiene Regelwerke: RKI und KRINKO
RKI und KRINKO liefern den wissenschaftlich-fachlichen Orientierungspunkt für die Flächenreinigung und Flächendesinfektion. Die RKI-Seite zu den aktuellen KRINKO-Empfehlungen führt die Empfehlung zur Reinigung und Desinfektion von Flächen aus dem Jahr 2026 neben weiteren Themen der Infektionsprävention auf. Das macht die Quellenlage für Praxisbetreiber übersichtlicher.
Laut RKI – Aktuelle KRINKO-Empfehlungen gehört die Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen (2026)“ zu den aktuellen KRINKO-Empfehlungen. Die englische Fassung stellt das RKI außerdem als Dokument zu Hygieneanforderungen für Oberflächen in Krankenhäusern und ambulanten medizinischen Einrichtungen bereit, abrufbar über edoc.rki.de.
Die zweistufige Vorgehensweise
Bei relevanter Kontamination beschreibt KRINKO eine eindeutige Reihenfolge. Zuerst wird die Kontamination mechanisch entfernt. Erst danach folgt die Desinfektion der betroffenen Oberfläche. Diese Reihenfolge gehört in eine verständliche Standardarbeitsanweisung und sollte dem Reinigungsteam praktisch vermittelt werden.
„KRINKO recommends a procedure in two steps: first, the contamination is removed mechanically and then, in a second step, the surface is disinfected.“ – prevent-and-protect.com, Zusammenfassung der KRINKO-Empfehlung „Reinigung & Desinfektion von Flächen“.
Für die tägliche Praxisreinigung bedeutet das: Nicht improvisieren. Stattdessen muss klar sein, welche persönliche Schutzausrüstung, welches Material und welcher Ablauf für die jeweilige Situation vorgesehen sind. Die verbindliche Ausgestaltung sollte die Praxisleitung mit ihrer Hygienefachberatung abstimmen.
Wann gezielte Flächendesinfektion erforderlich ist
KRINKO nennt als Beispiele für relevante Kontamination Blut, Sekrete und Exkrete. Eine entsprechende Verschmutzung verlangt eine organisierte Reaktion und darf nicht wie eine gewöhnliche Unterhaltsreinigung behandelt werden.
„Targeted surface disinfection is to be performed if a surface is contaminated with blood, secretions or excretions.“ – prevent-and-protect.com, Zusammenfassung der KRINKO-Empfehlung „Reinigung & Desinfektion von Flächen“.
In einer SOP sollten mindestens folgende Punkte verständlich beschrieben sein:
- Erkennen und Absichern der betroffenen Fläche
- mechanische Entfernung der Kontamination
- anschließende gezielte Desinfektion
- Festlegung der verantwortlichen Person
- Dokumentation und Meldung nach dem internen Praxisablauf
Eine professionelle Reinigungsfirma arbeitet dabei nicht losgelöst vom Praxisteam. Vor Beginn müssen Räume, Risikobereiche, Zugänge und besondere Arbeitsanweisungen gemeinsam geklärt werden.
IfSG und Hygieneplan im Praxisalltag
Das Infektionsschutzgesetz bildet den rechtlichen Rahmen für Hygienepläne in bestimmten Einrichtungen und Unternehmen. Laut § 36 IfSG bestehen für bestimmte Einrichtungen und Unternehmen Pflichten zur Erstellung von Hygieneplänen mit innerbetrieblichen Verfahrensweisen zur Infektionshygiene sowie zur infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt.
Damit wird deutlich: Der Hygieneplan ist kein loses Merkblatt im Büro. Er soll festlegen, wie die Einrichtung mit hygienerelevanten Abläufen umgeht. Die Inhalte müssen zur Praxis passen und für Mitarbeitende sowie externe Reinigungskräfte verständlich zugänglich sein.
Inhalte eines umsetzbaren Hygieneplans
Laut RKI – Hygieneplan ist der Hygieneplan im RKI-Kontext mit gesetzlichen Anforderungen aus dem Infektionsschutzgesetz verknüpft. Für den Reinigungsalltag sollte die Praxis insbesondere festlegen, welche Bereiche wie bearbeitet werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Raumgruppen wie Empfang, Wartezimmer, Behandlungs- und Sanitärbereiche
- zu reinigende Kontaktflächen und besondere Oberflächen
- normale Reinigung und gezielte Desinfektion
- eingesetzte Verfahren und freigegebene Produkte
- Zuständigkeiten zwischen Praxispersonal und Dienstleister
- Vorgehen bei Kontaminationen und Abweichungen
- Schulung, Kontrolle und nachvollziehbare Dokumentation
Die Liste muss nicht kompliziert formuliert sein. Kurze, eindeutig zugeordnete Arbeitsschritte helfen mehr als allgemeine Aussagen wie „gründlich reinigen“. Gerade bei wechselnden Mitarbeitenden und festen Reinigungsterminen sorgt diese Klarheit für gleichbleibende Ergebnisse.
Zuständigkeiten und Überwachung
Die Praxisleitung bleibt für die Organisation der internen Abläufe verantwortlich. Ein externes Reinigungsunternehmen übernimmt die vereinbarten Leistungen nach den abgestimmten Vorgaben. Beide Seiten müssen wissen, wo ihre Aufgaben beginnen und enden.
Für Facility- und Praxismanager ist ein gemeinsamer Objekttermin sinnvoll. Dabei werden sensible Bereiche, Lagerorte, Schlüsselregelungen, Dokumentationswege und Ansprechpartner festgelegt. Änderungen am Praxisbetrieb sollten anschließend auch im Reinigungsplan berücksichtigt werden.
DIN 13063 als Qualitätsrahmen
DIN 13063 ergänzt die Betrachtung um einen normativen Qualitätsrahmen für die Krankenhausreinigung. Laut DIN Deutsches Institut für Normung trägt die DIN 13063:2021-09 den Titel „Krankenhausreinigung – Anforderungen an die Reinigung und desinfizierende Reinigung …“ und legt erstmals konkrete Anforderungen an Leistungserbringer fest.
Die Norm ist nicht dasselbe wie eine KRINKO-Empfehlung und ersetzt auch nicht den individuellen Hygieneplan. Ihre Funktion liegt vielmehr darin, Anforderungen an die Reinigungsleistung und die desinfizierende Reinigung konkreter zu fassen. Laut DIN zum Entwurf der DIN 13063 wurden Anforderungen an die Reinigung und desinfizierende Reinigung von Flächen in Krankenhausgebäuden und anderen medizinischen Einrichtungen beschrieben.
Was die Norm konkretisiert
Für die Praxis ist vor allem die Übersetzung in überprüfbare Abläufe wichtig. Ein Leistungsverzeichnis sollte nicht nur Räume nennen, sondern auch Tätigkeiten, Flächen, Intervalle und Qualitätskriterien. So lässt sich später feststellen, ob die vereinbarte Leistung erbracht wurde.
Die Norm ersetzt keine fachliche Beratung. Sie hilft jedoch, Gespräche zwischen Praxis, Gebäudereinigung und Objektleitung sachlicher zu führen. Bei einer Ausschreibung oder Neuvergabe sollten Sie deshalb prüfen, ob der Anbieter medizinische Reinigungsbereiche getrennt betrachtet und Prozesse nachvollziehbar dokumentiert.
SOPs, Schulung und Dokumentation
Aus den Regelwerken entstehen erst dann verlässliche Ergebnisse, wenn sie in Standardarbeitsanweisungen überführt werden. Eine gute SOP beschreibt den Ablauf in der richtigen Reihenfolge, nennt Zuständigkeiten und berücksichtigt Besonderheiten des Objekts.
Mitarbeitende benötigen eine Einweisung, bevor sie eigenständig in sensiblen Bereichen arbeiten. Die Einweisung sollte nicht nur Produkte aufzählen, sondern auch den Unterschied zwischen Reinigung und gezielter Desinfektion erklären. Kontrollen sollten festhalten, ob die vereinbarten Tätigkeiten erfolgt sind und ob Anpassungen notwendig werden.

Umsetzung in Nürnberger Praxen
Eine Praxisreinigung in Nürnberg funktioniert zuverlässig, wenn die fachlichen Vorgaben mit dem konkreten Gebäude verbunden werden. Der Ablauf beginnt daher nicht mit dem ersten Wischvorgang, sondern mit einer Objektaufnahme.
Räume und Oberflächen richtig einordnen
Wartezimmer, Empfang, Behandlungsräume und Sanitärbereiche haben unterschiedliche Nutzungen. Auch Türklinken, Liegen, Arbeitsflächen, Armaturen und Böden werden nicht gleich beansprucht. Die Reinigungsplanung sollte diese Unterschiede sichtbar machen.
Für eine Praxis in Nürnberg oder im Umland sind außerdem praktische Rahmenbedingungen relevant: Reinigung außerhalb der Sprechzeiten, sichere Aufbewahrung der Materialien, Zugang zu Wasser und Strom sowie die Abstimmung mit dem laufenden Betrieb. In Fürth und Erlangen gelten dieselben Grundsätze, die Umsetzung muss aber immer zum jeweiligen Objekt passen.
Ablauf für Reinigungsunternehmen
Ein bewährter Ablauf umfasst folgende Schritte:
- Besichtigung: Wir erfassen Räume, Oberflächen, Nutzungszeiten und besondere Anforderungen.
- Abstimmung: Praxisleitung und Dienstleister definieren Zuständigkeiten, Reinigungsplan und Ansprechpartner.
- SOP-Erstellung: Die vereinbarten Tätigkeiten werden verständlich und bereichsbezogen dokumentiert.
- Einweisung: Reinigungskräfte erhalten eine Einführung in Abläufe, Material und Verhalten bei Kontamination.
- Qualitätskontrolle: Die Ergebnisse werden regelmäßig geprüft und bei Bedarf mit der Praxisleitung besprochen.
Dabei sollte die Praxisreinigung nicht nur auf sichtbare Sauberkeit ausgerichtet sein. Ordnung, Geruch, sichere Materialführung und ein ruhiger Ablauf tragen ebenfalls zur professionellen Wahrnehmung bei. Eine hygienische Umgebung schafft Vertrauen, ohne medizinische Wirkungen zu versprechen.
Für Betreiber, die weitere Leistungen bündeln möchten, bietet sich eine Kombination aus Praxisreinigung Nürnberg, Unterhaltsreinigung und bedarfsorientierter Grundreinigung an. Glasreinigung oder die Reinigung von Jalousien lassen sich ebenfalls separat planen, wenn Fensterflächen und Sichtschutz den Praxisbetrieb beeinflussen.

Fazit
Praxisreinigung Hygiene Regelwerke schaffen einen verlässlichen Rahmen für medizinische Einrichtungen. RKI und KRINKO ordnen die Reinigung und gezielte Desinfektion fachlich ein. Das IfSG verbindet Hygienepläne mit innerbetrieblichen Verfahren und der infektionshygienischen Überwachung. DIN 13063 ergänzt den Blick auf konkrete Anforderungen an Reinigungsleistungen im medizinischen Umfeld.
Entscheidend ist die praktische Umsetzung: klare SOPs, geschulte Mitarbeitende, abgestimmte Zuständigkeiten und nachvollziehbare Kontrollen. So bleibt die Reinigung planbar und die Praxis kann sich auf ihren Betrieb konzentrieren. Wenn Sie eine Praxis in Nürnberg, Fürth, Erlangen oder der Region betreiben, besprechen wir Ihre räumlichen Anforderungen und entwickeln einen passenden Reinigungsablauf. Nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf.
Häufig gestellte Fragen
Welche Praxisreinigung Hygiene Regelwerke sind besonders relevant?
Besonders relevant sind die RKI-/KRINKO-Empfehlungen zur Reinigung und Desinfektion von Flächen, der Hygieneplan im Zusammenhang mit dem IfSG sowie die DIN 13063 als normativer Qualitätsrahmen für die Krankenhausreinigung. Welche Vorgaben im Einzelfall gelten, hängt von Einrichtung, Nutzung und internen Verfahren ab. Bei offenen Fragen sollten Sie fachkundige Hygienestellen oder die zuständige Behörde einbeziehen.
Wann muss eine Fläche gezielt desinfiziert werden?
Eine gezielte Flächendesinfektion ist nach der beschriebenen KRINKO-Vorgehensweise insbesondere bei relevanter Kontamination vorgesehen, etwa durch Blut, Sekrete oder Exkrete. Zuerst wird die Kontamination mechanisch entfernt, anschließend wird die Fläche desinfiziert. Der konkrete Ablauf gehört in die SOP und sollte mit der Praxisleitung sowie der zuständigen Hygienefachberatung abgestimmt werden.
Was sollte ein Hygieneplan für eine Praxis enthalten?
Ein Hygieneplan sollte die innerbetrieblichen Verfahren zur Infektionshygiene verständlich festlegen. Dazu zählen Raum- und Flächenzuordnung, Reinigungs- und Desinfektionsabläufe, Zuständigkeiten, Verhalten bei Kontamination, Schulung und Dokumentation. Die Inhalte müssen zum Praxisbetrieb passen. Externe Reinigungskräfte sollten die relevanten Abschnitte kennen und nach den abgestimmten Arbeitsanweisungen arbeiten.